Abfallen
ManöverDen Kurs vom Wind wegdrehen, also weiter mit dem Wind fahren. Das Gegenteil von Anluven. Beim Abfallen werden die Schoten gefiert, das Boot richtet sich auf und wird ruhiger.
Den Kurs vom Wind wegdrehen, also weiter mit dem Wind fahren. Das Gegenteil von Anluven. Beim Abfallen werden die Schoten gefiert, das Boot richtet sich auf und wird ruhiger.
Hinten. „Nach achtern gehen" heißt: ans Heck. Der Gegenbegriff ist „vorn" oder „im Bug". Achteraus liegt hinter dem Boot — also das, was man sieht, wenn man sich umdreht.
Der Kurs so dicht wie möglich gegen den Wind, etwa 45 Grad. Das Boot krängt am stärksten und wird am nassesten — und man kommt dem Ziel nur im Zickzack näher.
Das Boot am Grund festmachen statt am Steg. Ausgelegt wird nicht die Wassertiefe, sondern das Vier- bis Fünffache davon: Nur eine flach liegende Kette zieht den Anker in den Boden, eine steile zieht ihn heraus.
Den Kurs näher an den Wind drehen. Das Boot legt sich stärker auf die Seite und wird schneller — bis es zu dicht am Wind ist und die Segel killen.
Ein Manöver, bei dem das Boot in den Wind gedreht wird, um Fahrt aus dem Schiff zu nehmen. Klassisch beim Mann-über-Bord-Manöver und beim Anlegen an eine Boje.
Ein Stauraum. Die Backskisten sind die Sitzbänke im Cockpit, unter deren Deckeln Fender, Leinen und Putzzeug liegen. „Back" bezeichnet je nach Zusammenhang auch das Vorschiff.
Die linke Seite des Bootes, in Fahrtrichtung gesehen. Wird nachts durch ein rotes Licht markiert. Eselsbrücke: Backbord und rot haben beide keine Beziehung zu „Steuerbord ist grün" — man merkt sich einfach: rot = links, wie beim Rotwein zur linken Hand.
Die waagerechte Stange am Fuß des Großsegels. Bei einer Halse schwingt sie mit Wucht auf die andere Seite — deshalb heißt es bei jedem Manöver „Kopf einziehen". Die häufigste Verletzungsquelle an Bord.
Die Skala für Windstärke, von 0 (Flaute) bis 12 (Orkan). Sie ist nicht linear: Von 4 auf 6 verdoppelt sich nicht der Wind, sondern der Druck im Segel vervierfacht sich etwa. Faustregel: Bft × 2 ergibt ungefähr die Knoten.
Eine Leine an einer Klampe sichern — kein Knoten, sondern eine Wickeltechnik: zwei Runden herum, dann Kreuzschläge, zum Schluss ein Kopfschlag. Lernt man beim ersten Anlegen in zwei Minuten.
Der tiefste Punkt im Rumpf, unter den Bodenbrettern. Dort sammelt sich alles Wasser, das ins Boot gelangt — und alles, was jemand fallen lässt. Eine Bilgenpumpe befördert es wieder hinaus.
Ein kurzer, deutlich stärkerer Windstoß. Für die Planung zählen Böen oft mehr als der Mittelwert — sie entscheiden, ob gerefft wird.
Ein kalter, extrem böiger Fallwind an der kroatischen Küste aus Nordost. Kalte Luft aus dem Landesinneren stürzt über das Küstengebirge ab. Sie kündigt sich oft durch eine Wolkenkappe auf den Bergen an — bei Bora bleibt man im Hafen.
Die gemeinsame Kasse für Diesel, Hafengebühren, Lebensmittel und Endreinigung. Alle zahlen zu Beginn denselben Betrag ein, am Ende wird abgerechnet und der Rest zurückgezahlt. Sie ist die häufigste böse Überraschung, wenn sie im Inserat fehlt.
Der vordere Teil des Bootes. Vom Bug aus wird geankert, dort liegt das Vorschiff mit der Ankerkette, und dort sitzt man bei ruhigem Wetter am schönsten.
Die offene Sitzgrube im Heck, in der gesteuert wird und in der sich die Crew tagsüber aufhält. Hier stehen Steuerrad oder Pinne, die Winschen und meist der Kartenplotter.
Alle an Bord außer dem Schiffsführer — bei einem Kojencharter also die Mitsegler. Aus Fremden wird im Lauf der Woche eine Mannschaft; der gemeinsame Einkauf am ersten Tag ist dabei der wirksamste Eisbrecher.
Eine Schot durchziehen, sodass das Segel näher an die Mittschiffslinie kommt. Das Gegenteil ist „fieren" — kontrolliert nachlassen.
Misst die Wassertiefe unter dem Boot. Entscheidend beim Ankern und beim Anlaufen flacher Buchten. Wichtig zu wissen: Manche Geräte zeigen die Tiefe ab Kiel, andere ab Wasseroberfläche.
Die in 24 Stunden zurückgelegte Strecke. Auf Kojencharter-Törns selten Thema, auf Überführungen und Meilentörns die zentrale Kennzahl.
Eine Leine, die ein Segel nach oben zieht. Das Großfall setzt das Großsegel, das Vorsegelfall die Genua. Merkhilfe: Fälle gehen hoch, Schoten gehen nach hinten.
Die aufblasbaren Puffer zwischen Bootsrumpf und Steg oder Nachbarboot. Sie müssen auf Höhe der breitesten Stelle hängen, knapp über der Wasserlinie — zu hoch oder zu tief schützen sie nichts.
Die Leinen, mit denen das Boot am Steg gehalten wird. Nie um die eigene Hand wickeln: Wenn das Boot zieht, verliert die Hand.
Eine Leine kontrolliert nachlassen — nicht loslassen. Der Unterschied ist entscheidend: Eine losgelassene Schot schlägt wild um sich, eine gefierte gibt gleichmäßig nach.
Mehrere Boote, die dieselbe Route gemeinsam fahren, begleitet von einer erfahrenen Führungscrew. Beliebt bei Familien und Gruppen — mehr Gemeinschaft und mehr Sicherheitsnetz als bei einem einzelnen Boot.
Das große Vorsegel vor dem Mast. Auf Charteryachten ist es meist auf eine Rollanlage gewickelt und lässt sich dadurch ohne Klettern ausrollen und wieder einrollen.
Das Hauptsegel hinter dem Mast, unten am Baum befestigt. Es liefert den größten Teil des Vortriebs und wird bei zunehmendem Wind als Erstes verkleinert.
Ein Wendemanöver, bei dem das Heck durch den Wind geht. Der Baum schlägt dabei auf die andere Seite — mit Wucht. Deshalb wird eine Halse immer angekündigt und die Großschot vorher dichtgeholt.
Das hintere Ende des Bootes. Im Mittelmeer liegt es beim Anlegen zur Mole, weil man dort mit dem Heck voran in die Lücke fährt.
Warmer, feuchter Südostwind in der Adria. Er baut sich langsam auf, hält lange an und macht vor allem Welle. Anders als die Bora kommt er nicht überraschend.
Ein Schlafraum unter Deck. Auf einem Kojencharter teilst du dir in der Regel eine Doppelkabine mit einer weiteren Person — Fremde werden dabei nur gleichgeschlechtlich zusammengelegt.
Der Bildschirm am Steuerstand mit Seekarte, GPS-Position und eingezeichneter Route. Heute das Hauptwerkzeug der Navigation — die Papierseekarte bleibt als Rückfall bei Stromausfall an Bord.
Ein Boot mit zwei Rümpfen. Krängt kaum, hat meist eigene Bäder pro Kabine und deutlich mehr Platz — kostet pro Koje aber erheblich mehr. Erste Wahl für alle, die zu Seekrankheit neigen.
Die schwere Flosse unter dem Rumpf. Sie hält das Boot aufrecht und verhindert, dass es seitlich abtreibt. Weil dort mehrere Tonnen Ballast hängen, kann ein Kielboot nicht umkippen — es richtet sich aus jeder Schräglage wieder auf.
Das Flattern eines Segels, das keinen Wind fasst. Klingt dramatisch, ist aber meist nur ein Hinweis: entweder zu dicht am Wind gesteuert oder die Schot zu weit gefiert.
Ein T-förmiger Beschlag an Deck oder am Steg, um den Leinen gelegt werden. Das Festmachen daran heißt „belegen": zwei Runden herum, dann Kreuzschläge, zum Schluss ein Kopfschlag.
Die Einheit für Geschwindigkeit auf See: eine Seemeile pro Stunde, also etwa 1,85 km/h. Gilt für Wind wie für Boot. Nicht zu verwechseln mit dem Knoten in der Leine.
Ein Schlafplatz an Bord. Beim Kojencharter buchst du genau das: einen einzelnen Platz, nicht das ganze Boot. Daher der Name.
Die Buchung eines einzelnen Schlafplatzes auf einem geführten Törn, statt eines ganzen Bootes. Man kommt allein und segelt mit einer Crew, die sich am ersten Tag zum ersten Mal sieht. Synonym zu „Mitsegeln".
Die Bordküche. Der Herd hängt kardanisch — er bleibt waagerecht, wenn das Boot krängt. Weil die Kombüse unter Deck ohne Horizont liegt, wird dort auch am ehesten jemand seekrank.
Die Schräglage des Bootes unter Segeldruck. Sieht dramatischer aus, als sie ist: Der Ballast im Kiel richtet das Boot immer wieder auf. Beim ersten Mal glaubt das niemand, ab dem dritten Tag denkt keiner mehr daran.
Im Zickzack gegen den Wind fahren, weil ein Segelboot nicht direkt gegen ihn ankommt. Kostet ungefähr die doppelte Strecke — ein Ziel dreißig Meilen gegen den Wind kann acht Stunden dauern statt vier.
Die Richtung, in die das Boot fährt, angegeben in Grad von 0 bis 360. Nicht zu verwechseln mit dem Kurs zum Wind (am Wind, raumschots, vor dem Wind) — beides heißt Kurs.
Steife Stäbe in Taschen des Großsegels, die ihm seine Form geben. Beim Bergen müssen sie sauber in den Lazy Bag fallen — sonst hakt das Segel und niemand bekommt es geschlossen.
Die dem Wind abgewandte Seite. Im Lee einer Insel ist das Wasser glatt und der Wind schwach. Wichtig auch praktisch: Wer seekrank ist, geht nach Lee an die Reling — nicht nach Luv.
An Bord heißt jedes Seil Leine — „Seil" sagt niemand. Welche Aufgabe sie hat, steckt im Namen: Fall, Schot, Festmacher, Reffleine.
Misst die Geschwindigkeit durchs Wasser. Zusammen mit dem GPS zeigt es, ob Strom mitläuft oder gegenan steht: Wenn das Log fünf Knoten meldet und das GPS sechs, schiebt der Strom.
Eine Öffnung im Deck mit Deckel — für Licht, Luft und den Weg nach unten. Vor dem Ablegen werden alle Luken geschlossen, weil überkommendes Wasser sonst direkt in die Kabinen läuft.
Die dem Wind zugewandte Seite. Merkhilfe: Luv ist da, wo der Wind herkommt — „Luv kommt von Luft". Beim Segeln sitzt die Crew meist in Luv, also auf der hohen Seite.
Der sommerliche Nordwestwind der Adria — thermisch, nachmittags einsetzend, meist drei bis vier Windstärken, abends abflauend. Der Lieblingswind kroatischer Segelwochen.
Ein Sportboothafen mit Infrastruktur — Strom, Wasser, Duschen, oft Restaurant. Kostet Liegegeld, das aus der Bordkasse bezahlt wird.
Der Nachweis gefahrener Seemeilen, vom Schiffsführer bestätigt. Wer später einen Sportküstenschifferschein machen oder selbst chartern will, braucht ihn — deshalb lohnt es sich, von Anfang an mitzuschreiben.
Der Sommer-Nordwind der Ägäis, am stärksten im Juli und August. Kann tagelang mit fünf bis sieben Windstärken durchwehen — bei strahlend blauem Himmel. Kein Schlechtwetter, nur viel Wind.
Kalter, trockener Nordwestwind im Golfe du Lion und der Provence, der durchs Rhônetal fällt. Kommt oft plötzlich und kräftig.
Wer einen einzelnen Platz auf einem Törn bucht und als Crewmitglied mitfährt — ohne Segelschein, ohne Erfahrung und ohne Verantwortung für das Schiff.
Eine am Hafengrund befestigte Leine, deren Ende am Steg bereitliegt. Beim Anlegen wird sie aufgeholt, nach vorn zum Bug gezogen und dort festgemacht — sie ersetzt den eigenen Anker. Wird nass, schlammig und riecht nach Hafen.
Der wichtigste Knoten an Bord. Er erzeugt eine feste Schlaufe, die sich unter Zug nicht zuzieht und sich danach trotzdem lösen lässt. Merkhilfe: Das Kaninchen kommt aus dem Bau, läuft um den Baum und geht zurück in den Bau.
Ein Kurs mit dem Wind schräg von hinten. Für viele der angenehmste Kurs überhaupt: schnell, wenig Krängung, kaum Spritzwasser.
Das Verkleinern der Segelfläche bei zunehmendem Wind. Meist ab etwa fünf Windstärken. Alte Seglerregel: Wenn du daran denkst zu reffen, ist es schon Zeit dafür.
Das Geländer rund um das Deck, meist aus Drahtseilen zwischen Stützen. Sie ist eine Orientierungshilfe, keine Absturzsicherung — anlehnen sollte man sich nicht.
Eine Vorrichtung, die ein Segel um sich selbst wickelt — so lässt es sich stufenlos verkleinern, ohne dass jemand aufs Vorschiff muss. Auf Charteryachten Standard.
Das im Mittelmeer übliche Anlegen mit dem Heck zur Mole, wobei der Bug von einer Muring oder dem eigenen Anker gehalten wird. So passen dreimal so viele Boote an eine Mole wie längsseits.
Wer gerade steuert. Auf den meisten Törns darf jeder ans Ruder — eine halbe Stunde bei Welle Kurs zu halten ist die schnellste Art, Segeln zu verstehen.
Der eigentliche Bootskörper. Ein Einrumpfboot hat einen, ein Katamaran zwei — daher liegen dessen Kabinen getrennt und er krängt kaum.
Der gemeinsame Wohnraum unter Deck, mit Tisch und Sitzbänken. Der einzige Ort, an dem die ganze Crew im Trockenen zusammensitzt — deshalb gilt dort ungeschriebenes Aufräumgebot.
Die Leine, mit der die Stellung eines Segels zum Wind geregelt wird. Großschot am Großsegel, Genuaschot am Vorsegel. Sie geht nach hinten — im Gegensatz zum Fall, das nach oben geht.
Das Drehen eines vor Anker liegenden Bootes um seine Ankerkette, wenn Wind oder Strom drehen. Deshalb muss rundum genug Platz sein — und deshalb weckt der Skipper nachts manchmal jemanden.
Der Wellenzustand. Entscheidend ist nicht die Windstärke am Ort, sondern die Strecke, über die der Wind ungehindert läuft. Deshalb ist es im Windschatten einer Insel glatt und zwei Meilen weiter unangenehm — und für die Crew ist Welle oft belastender als Wind.
Übelkeit durch den Widerspruch zwischen dem, was das Gleichgewichtsorgan meldet, und dem, was die Augen sehen. Hilft zuverlässig: an Deck bleiben, den Horizont ansehen, steuern. Nach ein bis zwei Tagen gewöhnen sich die meisten.
Die Entfernungseinheit auf See: 1.852 Meter. Sie entspricht einer Bogenminute auf dem Längengrad — deshalb kann man sie direkt an der Seekarte abgreifen.
Wer das Boot führt und die Verantwortung trägt — für Route, Sicherheit und, in der Praxis, für die Stimmung an Bord. Seine Entscheidung, im Hafen zu bleiben, wird nicht diskutiert.
Der in der Charterpraxis übliche Befähigungsnachweis für Küstengewässer bis 12 Seemeilen. Gesetzlich für Freizeitskipper nicht vorgeschrieben — aber ohne ihn vermietet kaum ein Vercharterer eine Yacht.
Ein großes, bauchiges Leichtwindsegel für Kurse mit dem Wind von hinten. Sieht spektakulär aus, verlangt Übung — auf Kojencharter-Törns kommt es eher selten zum Einsatz.
Die Drähte, die den Mast halten. Stagen laufen nach vorn und hinten, Wanten zur Seite. Zusammen heißen sie „stehendes Gut" — im Gegensatz zum „laufenden Gut", also allem, was bewegt wird.
Eine Segelreise von mehreren Tagen. Die typische Dauer im Mittelmeer ist eine Woche, meist Samstag bis Samstag, weil sich der Chartermarkt darauf eingespielt hat.
Der vordere Bereich an Deck. Praktisch der einzige Rückzugsort an Bord: Wer sich mit Buch und Kopfhörern aufs Vorschiff setzt, signalisiert damit, gerade nicht reden zu wollen.
Ein Zeitfenster, in dem jemand für Ausguck und Kurs zuständig ist. Auf Tagestörns selten, auf Nachtfahrten und bei viel Wind vor Anker die Regel. Nachts geweckt zu werden ist Routine, kein Notfall.
Ein gespeicherter Punkt auf der Route. Eine Törnroute besteht aus einer Kette von Wegpunkten, zwischen denen Distanz und Zeit berechnet werden.
Ein Kurswechsel, bei dem der Bug durch den Wind geht. Die häufigste Manöveransage an Bord lautet „Klar zur Wende?" — die richtige Antwort ist „Ist klar!", wenn du deine Schot in der Hand hast.
Eine Trommel mit Kurbel, über die Schoten dichtgeholt werden. Sie vervielfacht die Kraft — ohne sie ließe sich ein Segel bei Wind nicht von Hand bedienen. Finger gehören nie zwischen Leine und Trommel.