Sardinien und Korsika sind das vielleicht schönste Granitrevier des Mittelmeers. Zwischen den beiden Inseln liegt die nur elf Kilometer schmale Straße von Bonifacio — und darin ein Streufeld aus Schären, Riffen und der traumhaften Inselgruppe La Maddalena mit Wasser in jedem erdenklichen Türkiston.
Für Mitsegler ist es ein Revier mit Charakter: vormittags ankern an rosa Granit und weißen Sandstränden, nachmittags ein sportlicher Schlag unter Mistral, abends die mondäne Costa Smeralda oder das urige Korsika mit seiner fast schon wilden Bergkulisse. Kurze Distanzen, große Vielfalt.
Anspruchsvoller als die Adria ist es allemal: Der Mistral kann kräftig durchgreifen, die Straße von Bonifacio ist berüchtigt für Wind und Strom. Auf einem geführten Törn mit erfahrenem Skipper wird daraus aber genau die Mischung, die das Revier so beliebt macht.
Wann du segeln solltest
Juni und September sind ideal: warmes Wasser, stabile Thermik und nicht ganz so voll wie der Hochsommer. Im Juli/August ist die Costa Smeralda mondän und belebt, dafür Badewetter garantiert. Der Frühsommer kann noch frischen Mistral bringen.
Prägend ist der Mistral — ein kräftiger, kalter Nordwest, der aus dem Rhônetal über das westliche Mittelmeer fegt und in der Straße von Bonifacio durch den Düseneffekt deutlich auffrischt. Dazwischen sorgt verlässliche Thermik für angenehme Nachmittagswinde. Wer den Mistral respektiert und seine Vorhersage ernst nimmt, segelt hier herrlich.
Im Schutz der vielen Inseln und Buchten bleibt es oft ruhig, doch bei Mistral baut sich im offenen Wasser und besonders in der Bonifacio-Straße rasch eine kurze, steile See auf. Die Westküsten sind exponierter als die geschützten Ostküsten. Gezeiten sind vernachlässigbar.
Die schönsten Ecken des Reviers
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Sardinien & Korsika auf einen Blick
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Flüge nach Olbia (Sardinien) und Figari (Korsika). Olbia ist der zentrale Startpunkt für die Costa Smeralda und La Maddalena.
Vor jeder Etappe über die Bonifacio-Straße die Mistral-Vorhersage prüfen; bei Starkwind lieber einen Tag in geschützter Bucht abwettern.
Sardisch: Bottarga (Fischrogen), Pecorino, Myrte-Likör. Korsisch: Charcuterie aus den Bergen, Kastanien, frischer Fisch in den Hafenorten.
Was rund um Sardinien & Korsika für die Natur gilt
Das Revier besteht aus zwei Ländern mit zwei Regelwerken — der Maddalena-Nationalpark auf sardischer Seite, Präfektur-Erlasse auf korsischer.
Der Nationalpark teilt sich in Zonen mit unterschiedlichen Auflagen: Manche Buchten sind frei, andere nur mit Boje oder gar nicht anzulaufen, und für die Durchfahrt fallen Gebühren an. Cala Coticcio ist das bekannteste Beispiel für eine Bucht, deren Zugang beschränkt wurde.
Auf korsischer Seite regeln Präfektur-Erlasse das Ankern über Posidonia; für Südkorsika gilt seit 2019 ein eigener Erlass. Anders als an der Côte d’Azur hängt das dort nicht allein an der Schiffslänge — welche Buchten betroffen sind, steht im Erlass und ändert sich.
Nationalparkgebühren und Bojenliegeplätze stehen selten im Kojenpreis. Vor der Buchung nachfragen, was der Anbieter einrechnet, erspart die Überraschung am ersten Abend.
Das ist eine Orientierung, keine Rechtsauskunft. Regeln ändern sich und gelten oft abschnittsweise; verantwortlich ist der Schiffsführer. Als Mitsegler:in musst du nichts davon entscheiden — es erklärt, warum manche Bucht ausgelassen wird.
Dieses Revier im Fernsehen
Ein Kamerateam fährt mit: von Olbia nach Bonifacio und zurück, über Tavolara und durch das La-Maddalena-Archipel. An Bord lernen Anfänger vom Skipper das Segeln — genau der Ablauf, den ein Mitsegeltörn hat. Der Beitrag handelt nicht von sailoo; er zeigt das Revier und wie so eine Woche wirklich aussieht.
Segeln rund um Sardinien & Korsika — kurz erklärt
Als Mitsegler:in nicht. Du segelst mit erfahrenem Skipper, der Wind und die anspruchsvolle Straße von Bonifacio sicher handhabt. Mitmachen kannst du, musst du aber nicht. Eigenes Chartern ohne Skipper setzt allerdings Schein und Erfahrung voraus.




