Der Kojenpreis — was er ist und was er kostet
Der Kojenpreis ist der Preis für deinen Platz an Bord: eine Koje (dein Bett), meist in einer geteilten Doppelkabine, plus Skipper und Boot. Er ist der größte Posten deiner Törnkosten — und er unterscheidet sich deutlich danach, bei wem du mitsegelst.
Private Skipper verlangen häufig eine Kostenbeteiligung statt eines Reisepreises: Sie legen die Bootskosten auf die Crew um, verdienen daran aber nichts. Das ist die günstigste Art mitzusegeln — und oft die persönlichste. Veranstalter kalkulieren als Unternehmen: Ihre Preise enthalten Organisation, Gewährleistung und meist mehr Komfort im Ablauf.
| Törn-Art | Preisspanne / Woche | Was üblich enthalten ist |
|---|---|---|
| Privater Skipper (Kostenbeteiligung) | 550–750 € | Koje, Skipper, Boot — Bordkasse extra |
| Veranstalter-Törn (Standard) | 600–900 € | Koje, Skipper, Boot, Organisation — Bordkasse meist extra |
| Katamaran statt Einrumpfboot | 800–1.300 € | meist eigene Kabine mit Bad, mehr Platz — Aufschlag von rund 30–50 % |
| Veranstalter (Komfort / Spezialtörn) | 900–1.500 €+ | teils inkl. Verpflegung, Transfers, kleinere Crews |
| Regatta- / Meilentörn | 600–1.200 € | Skipper, Boot, oft Trainingscharakter — kein Badeurlaub |
Nebensaison (Mai, Juni, September, Oktober) liegt oft 20–30 % darunter — und die Reviere sind leerer.
Katamaran oder Einrumpfboot — was den Preis verändert
Der größte Preisunterschied zwischen zwei sonst gleichen Törns ist meist der Bootstyp. Ein Katamaran kostet pro Koje typischerweise 30 bis 50 % mehr als ein vergleichbares Einrumpfboot — teils auch das Doppelte. Das ist kein Aufschlag für Luxus, sondern gibt schlicht weiter, was das Boot selbst kostet: Katamarane sind in Anschaffung und Charter deutlich teurer, und auch die Liegeplatzgebühren fallen höher aus, weil sie fast doppelt so breit sind wie ein Einrumpfboot.
Dafür bekommst du spürbar mehr: In der Regel hat jede Kabine ein eigenes Bad, die Kabinen liegen in getrennten Rümpfen (also deutlich mehr Privatsphäre und Ruhe), und es gibt viel mehr Platz an Deck und im Salon. Der wichtigste Unterschied für viele Einsteiger ist aber die Lage im Wasser: Ein Katamaran krängt praktisch nicht, liegt also flach statt in Schräglage. Das macht ihn zur ersten Wahl für alle, die zu Seekrankheit neigen, mit Kindern unterwegs sind oder sich an Bord unsicher fühlen.
Umgekehrt gilt: Wer segeln will, weil es segelt — die Krängung, das Am-Wind-Gefühl, das direktere Fahrverhalten —, ist auf einem Einrumpfboot besser aufgehoben. Und günstiger. Es lohnt sich also, vor dem Vergleich zweier Preise erst zu schauen, welcher Bootstyp jeweils dahintersteht.
- Wenn du zu Seekrankheit neigst, ist der Aufpreis für einen Katamaran oft besser investiert als jedes Medikament — die ruhige Lage im Wasser ist der wirksamste Hebel. Mehr dazu auf unserer Seite zur Seekrankheit.
- Achte beim Vergleich auf die Kabinenaufteilung: „eigene Kabine mit Bad" ist auf dem Katamaran üblich, auf dem Einrumpfboot teilst du dir das Bad meist mit der halben Crew.
Auch Gulets und Traditionssegler folgen einer eigenen Preislogik — sie fahren größere Crews und liegen pro Koje oft günstiger als beide oben genannten Bootstypen.
Die Bordkasse — der Posten, den Einsteiger vergessen
Die Bordkasse ist die gemeinsame Kasse der Crew für alles, was unterwegs anfällt: Diesel, Hafengebühren, Wasser, Gas und das Essen an Bord. Sie kommt fast immer zum Kojenpreis dazu und wird zu Beginn des Törns eingezahlt — am Ende wird abgerechnet, was übrig ist, gibt es zurück.
Und keine Sorge vor der Blechdose im Kartentisch: Den klassischen „Schatzmeister", der bar kassiert und Strichlisten führt, braucht heute niemand mehr. Meist läuft die Bordkasse digital — jeder legt unterwegs mal etwas aus (Diesel hier, Hafengebühr da), tippt es ins Bordkasse-Tool oder eine App, und am Ende rechnet die Software in Sekunden aus, wer wem was schuldet. Kein Kopfrechnen am letzten Abend, keine krummen Beträge, kein Streit ums Kleingeld.
Rechne je nach Revier mit 15 bis 30 € pro Person und Tag. Im Mittelmeer mit teuren Marinas (Kroatien, Côte d'Azur) eher am oberen Ende, beim Ankern in Griechenland oder auf der Ostsee eher darunter. Eine ehrliche Faustregel: 150 € pro Woche einplanen, dann wirst du eher positiv überrascht.
Üblich ist außerdem, dass der Skipper aus der Bordkasse mitisst — das ist gelebte Segeltradition und fair: Er oder sie trägt die Verantwortung, ihr teilt die Kosten. Restaurantbesuche an Land zahlt dagegen jeder selbst.
- Frag vor der Zusage: „Was läuft über die Bordkasse, was ist im Preis drin?" — seriöse Anbieter antworten darauf gern und konkret.
- Mit dem kostenlosen Bordkasse-Tool von sailoo.eu rechnet ihr unterwegs automatisch ab — fair, transparent, ohne Zettelwirtschaft.
Anreise & die kleinen Posten
Die Anreise ist bei fast allen Törns Sache der Mitsegler — sie steckt weder im Kojenpreis noch in der Bordkasse. Flüge nach Split, Athen oder Palma kosten früh gebucht oft 80–200 €, kurzfristig deutlich mehr. Dazu kommt gegebenenfalls der Transfer zur Marina.
Kleinere Posten, die du auf der Rechnung haben solltest: Reisegepäck (weiche Tasche statt Koffer — kostet nichts, ist aber Pflicht), gegebenenfalls Ölzeug, wenn es in kühlere Reviere geht (bei vielen Skippern leihbar), eine Reiserücktritts- oder Auslandskrankenversicherung, und das Eis an der Hafenpromenade. Letzteres ist erfahrungsgemäß nicht verhandelbar.
Beispielrechnung: Eine Woche Kroatien
So sieht eine realistische Gesamtrechnung aus — einmal beim privaten Skipper, einmal beim Veranstalter. Beides eine Woche Inselhüpfen ab Split, Doppelkabine, normale Saison:
| Posten | Privater Skipper | Veranstalter |
|---|---|---|
| Kojenpreis / Woche | ~600 € | ~750 € |
| Bordkasse (7 Tage × ~20 €) | ~140 € | ~140 € |
| Flug + Transfer (früh gebucht) | ~180 € | ~180 € |
| Essen an Land, Eis, Extras | ~100 € | ~100 € |
| Gesamt | ≈ 1.020 € | ≈ 1.170 € |
Beide Varianten haben ihre Berechtigung: Beim privaten Skipper segelst du günstiger und persönlicher, beim Veranstalter mit festem Programm und Buchungssicherheit. Auf sailoo.eu findest du beide — klar gekennzeichnet.
Fünf ehrliche Spartipps
Sparen beim Mitsegeln heißt nicht knausern — es heißt klug wählen. Diese fünf Hebel machen den größten Unterschied:
- Nebensaison segeln: Mai/Juni und September/Oktober sind 20–30 % günstiger, wärmer als gedacht und die Buchten gehören euch.
- Bei privaten Skippern mitsegeln: Kostenbeteiligung statt Reisepreis — der direkteste Weg zum günstigen Törn.
- Früh anfragen: Die günstigen Kojen und Flüge sind zuerst weg. Drei bis sechs Monate Vorlauf sind ideal.
- Ankern statt Marina: Törns mit vielen Ankernächten haben spürbar kleinere Bordkassen — steht oft im Inserat oder ist eine Frage im Chat wert.
- Auf 0 % Provision achten: Auf sailoo.eu zahlst du keinen Aufschlag an die Plattform — der Preis im Inserat ist der Preis des Anbieters.
