Während in Kroatien die Boote an Land stehen und in Griechenland die Marinas leer sind, wird auf den Kanaren weitergesegelt. Der Archipel liegt am Nordrand der Passatzone, rund 100 Seemeilen vor der afrikanischen Küste — mild genug für Törns im Januar, windig genug, dass es kein Ausflug wird.
Sieben Hauptinseln auf engem Raum: Zwischen ihnen liegen meist 25 bis 60 Seemeilen, also eine Tagesetappe. Das klassische Revier ist der Westen — von Teneriffa nach La Gomera, weiter nach La Palma oder El Hierro. Im Osten liegen Lanzarote, Fuerteventura und das kleine La Graciosa, karg und vulkanisch.
Ein Anfängerrevier ist es trotzdem nicht. Zwischen den Inseln beschleunigt der Passat teils erheblich, und der Rückweg nach Osten führt gegenan. Wer als Mitsegler bucht, sitzt deshalb selten auf einer reinen Badewoche — sondern segelt.
Wann du segeln solltest
Es gibt keine geschlossene Saison — das ist der eigentliche Punkt. April, Mai, Oktober und November sind am angenehmsten: warm, aber ohne den kräftigen Sommerpassat. Im Hochsommer weht es beständiger und stärker, im Winter ist es mit 19–21 °C Luft mild, das Wasser bleibt bei rund 17–19 °C aber frisch zum Baden.
Prägend ist der Nordost-Passat mit meist 3–6 Beaufort, im Sommer am beständigsten. Das Besondere sind die Beschleunigungszonen: Zwischen zwei Inseln wird der Wind seitlich um die hohen Vulkankegel gedrängt und legt dort deutlich zu — in den bekannten Zonen (La Graciosa/Lanzarote, Fuerteventura/Gran Canaria, Gran Canaria/Teneriffa, Teneriffa/La Gomera, La Gomera/La Palma) sind es rund zehn Knoten mehr als ringsum. Im Lee der Berge fällt der Wind dagegen fast ganz weg. Beides steht in der Karte, beides gehört zur Törnplanung.
Auf offener Strecke läuft der Atlantikschwell durch — eine lange, hohe Dünung, die mit dem lokalen Wind nichts zu tun haben muss. Im Lee der Inseln wird es merklich ruhiger. Gezeiten spielen für die Törnplanung kaum eine Rolle, in den Häfen aber sehr wohl für die Leinen. Wer zu Seekrankheit neigt, spürt die lange Welle hier deutlicher als im Mittelmeer.
Die schönsten Ecken des Reviers
Noch kein Törn ausgeschrieben
Kanaren ist startklar — nur noch ohne ausgeschriebenen Törn. Du hast ein Boot oder planst einen Törn hierher? Inseriere kostenlos und sei der Erste.
Kanaren auf einen Blick
Aktuell sind noch keine Törns mit Position eingetragen — die Karte zeigt die Lage des Reviers.
Liegeplätze auf den Kanaren
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Direktflüge ab fast jedem größeren deutschsprachigen Flughafen nach Teneriffa Süd, Las Palmas, Lanzarote und Fuerteventura — meist vier bis fünf Stunden, keine Zeitverschiebung im Winter (im Sommer eine Stunde zurück).
Mit dem Passat geht es leicht von Ost nach West. Der Rückweg ist die eigentliche Arbeit. Deshalb enden viele Wochentörns dort, wo sie begonnen haben — und die Rückstrecke wird als Nachtschlag oder an der windschwächeren Südseite gesegelt.
Nicht mit Mittelmeer-Sommer rechnen. Auch bei 21 °C Luft ist eine Woche im Passat mit Gischt kühl — Hardshell, lange Sachen und eine warme Schicht für die Nacht gehören ins Gepäck, das ganze Jahr über.
Die Infrastruktur ist gut: Strom, Wasser und meist WLAN in allen privaten Häfen, Ausrüster in Arrecife, Marina Rubicón, Las Palmas und Arguineguín. In der ARC-Zeit im Oktober und November wird es in Las Palmas eng.
Segeln auf den Kanaren — kurz erklärt
Ja — das ist der Hauptgrund, warum das Revier für uns interessant ist. Es gibt keine Winterpause: Luft um 19–21 °C, Wasser 17–19 °C, verlässlicher Passat. Zum Baden ist es frisch, zum Segeln ideal.
