Die fünf Formate auf einen Blick
Diese Tabelle beantwortet die meisten Fragen schon. Was du buchst, mit wem du unterwegs bist und wer die Verantwortung trägt, unterscheidet die Formate stärker als der Preis.
| Format | Du buchst | Mit wem | Schein nötig? |
|---|---|---|---|
| Kojencharter (Mitsegeln) | Einen Platz an Bord | Fremde Crew, die sich am ersten Tag trifft | Nein |
| Flottille | Ein Boot in einem Verband | Deine Gruppe + andere Boote | Meist ja |
| Yacht mit Skipper | Das ganze Boot inkl. Skipper | Nur deine eigene Gruppe | Nein |
| Bareboat-Charter | Das ganze Boot ohne Skipper | Nur deine eigene Gruppe | Ja — meist SKS |
| Kreuzfahrt / Großsegler | Eine Kabine auf einem Schiff | Hunderte Passagiere | Nein |
Kojencharter und Mitsegeln bezeichnen dasselbe. Der eine Begriff kommt aus der Charterbranche, der andere aus der Seglersprache — im Angebot stehen beide.
Kojencharter — allein buchen, als Crew ankommen
Du buchst einen einzelnen Schlafplatz. An Bord kommen sieben oder acht Menschen zusammen, die sich vorher nicht kannten, geführt von einem Skipper. Alle packen mit an: Segel setzen, kochen, abwaschen, Leinen halten.
Das ist die günstigste Art, auf ein Segelboot zu kommen, und die einzige, für die du niemanden überreden musst mitzukommen. Wer allein reist, ist hier nicht die Ausnahme, sondern der Regelfall — das Format existiert überhaupt nur deshalb.
Der Preis für eine Woche im Mittelmeer liegt bei einem Einrumpfboot typischerweise im mittleren dreistelligen Bereich, plus Bordkasse. Was der einzelne Törn kostet, steht bei uns immer mit dabei — inklusive der Bordkasse, wo der Anbieter sie ausweist.
- Am besten geeignet, wenn du allein oder zu zweit reist, neue Leute kennenlernen willst und keine Erfahrung mitbringst.
- Weniger geeignet, wenn du auf Privatsphäre angewiesen bist oder genau wissen willst, wo du an Tag vier schläfst — die Route entscheidet der Skipper nach Wetter.
Flottille — mehrere Boote, dieselbe Route
Mehrere Boote fahren dieselbe Strecke, begleitet von einer erfahrenen Führungscrew auf einem eigenen Boot. Tagsüber segelt jedes Boot für sich, abends liegt man im selben Hafen und isst zusammen.
Der Reiz liegt im Sicherheitsnetz: Wenn etwas klemmt, ist Hilfe in Rufweite. Für Familien, für Gruppen mit gemischter Erfahrung und für alle, die zum ersten Mal selbst steuern, ist das die entspannteste Variante.
Der Haken: Du brauchst meist selbst einen Schein und eine eigene Crew, und du buchst ein ganzes Boot. Als Einzelperson kommst du hier nicht unter — es sei denn, ein Veranstalter bietet Kojen auf einem Flottillenboot an, was vorkommt.
Yacht mit Skipper — euer Boot, sein Können
Ihr mietet das ganze Boot und einen Skipper dazu. An Bord seid nur ihr — Familie, Freunde, Kollegen. Der Skipper fährt, ihr entscheidet gemeinsam über die Route und macht mit, so viel ihr wollt.
Das ist die Variante mit der meisten Freiheit ohne eigene Verantwortung. Kein Schein nötig, kein Prüfungsstress, und trotzdem keine fremden Leute an Bord. Dafür teilt ihr die Kosten für das ganze Boot durch eure Köpfe — ab vier bis sechs Personen wird es preislich interessant.
Wer zu wenige Leute zusammenbekommt, landet automatisch wieder beim Kojencharter: Dort füllt der Anbieter die restlichen Plätze.
Bareboat — ihr allein
Das ganze Boot ohne Skipper. Ihr seid für alles verantwortlich: Route, Wetter, Manöver, Sicherheit. Für viele ist das das eigentliche Ziel des Ganzen — und der Grund, warum sie überhaupt anfangen zu segeln.
Voraussetzung ist ein Befähigungsnachweis, in der Praxis fast immer der Sportküstenschifferschein. Manche Vercharterer akzeptieren stattdessen nachgewiesene Meilen. Wie du dorthin kommst, steht im Segelschein-Ratgeber.
Der übliche Weg dahin führt über die anderen Formate: erst zwei, drei Törns mitsegeln, dabei Meilen sammeln, dann den Schein, dann selbst chartern.
Und die Kreuzfahrt? Etwas völlig anderes
Eine Kreuzfahrt ist kein Segelurlaub, sondern ein Hotelaufenthalt, der sich bewegt. Du bist Gast, nicht Crew: Es gibt Personal, Restaurants, Programm — und nichts, was du tun musst.
Auch die Segelvariante — Großsegler und Windjammer mit dreißig bis hundert Passagieren — funktioniert anders als ein Kojencharter. Mitmachen ist erlaubt, aber optional; das Schiff fährt ohne dich genauso.
Wer Erholung ohne Beteiligung sucht, ist dort besser aufgehoben. Wer wissen will, wie sich ein Boot anfühlt, das man selbst mitbewegt, nicht.
Die ehrliche Faustregel: Auf einem Kojencharter bist du Teil der Mannschaft, auf einer Kreuzfahrt bist du Gast. Beides ist legitim — nur die Erwartung sollte stimmen.
Welches passt zu dir?
Statt Preise zu vergleichen, ist die schnellere Frage: Wie viele seid ihr, und wer trägt die Verantwortung?
| Deine Situation | Passt am besten |
|---|---|
| Ich reise allein oder zu zweit, ohne Erfahrung | Kojencharter |
| Wir sind 4–8 Personen und wollen unter uns bleiben | Yacht mit Skipper |
| Wir haben Erfahrung und einen Schein | Bareboat |
| Erste Erfahrung mit eigenem Boot, aber mit Rückhalt | Flottille |
| Ich will Urlaub ohne Mitarbeit | Kreuzfahrt oder Großsegler |
| Ich will herausfinden, ob Segeln überhaupt etwas für mich ist | Kojencharter — die günstigste Art es zu testen |
