Eisschollen und ein Eisberg vor schneebedeckten Bergen an einer arktischen Küste
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Segelrevier · Isfjorden · Longyearbyen · Packeisgrenze

Segeln vor Spitzbergen

Der nördlichste Törn, den man buchen kann.

Saison: Juni – August
Wassertemperatur: 2–6 °C
Typischer Wind: Wechselhaft, Fallböen von Gletschern
Schwierigkeit: Erfahren
78°13'N · 15°38'E
Warum hier segeln

Spitzbergen liegt auf 78 Grad Nord, gut tausend Kilometer vom norwegischen Festland entfernt und näher am Pol als an Oslo. Dass hier überhaupt gesegelt wird, liegt am Golfstrom: Der Isfjord friert nur in seltenen Wintern zu, und von Juni bis August ist die Westküste eisfrei genug für Törns.

Es ist kein Revier im üblichen Sinn. Man klappert keine Häfen ab — es gibt kaum welche. Man fährt an Gletscherabbrüchen entlang, ankert in Fjorden ohne Namen auf der Landkarte und richtet den Tag danach, wo das Eis gerade steht.

Die Törns sind Expeditionen, oft auf Segelschiffen mit Eisklasse und mit Expeditionsleitung an Bord. Anlandungen hängen von den Eisbären ab: Es gibt über 3.000 auf dem Archipel, mehr als Menschen, und wo einer steht, wird nicht an Land gegangen.

Saison
Juni – August
Wassertemperatur
2–6 °C
Typischer Wind
Wechselhaft, Fallböen von Gletschern
Schwierigkeit
Erfahren
Basis
Longyearbyen
Tageslicht
Mitternachtssonne bis Ende August
Beste Reisezeit

Wann du segeln solltest

J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Hauptsaison
Beste Bedingungen — warm, beständiger Wind, volles Törn-Angebot.
Gut
Sehr gut segelbar, angenehm und meist ruhiger als im Hochsommer.
Möglich
Nebensaison — kühler oder wechselhafter, wenige Angebote.
Nebensaison
Kaum Törns — zu kalt, zu stürmisch oder außerhalb der Saison.

Juni bis August, mehr gibt es nicht. Im Juni liegt noch mehr Eis und Schnee, die Tierbeobachtung ist am besten; im Juli und August ist mehr Küste erreichbar und die Umrundung des Archipels wird möglich. Ab September wird es dunkel und die Saison endet. Manche Anbieter fahren im Mai kombinierte Ski- und Segelreisen.

Wind

Kein beständiges Windsystem, sondern das, was die arktische Wetterlage bringt. Charakteristisch sind katabatische Fallböen: kalte Luft, die von den Gletschern zu Tal stürzt und in Fjorden plötzlich mit erheblicher Stärke ansteht, während einen Fjord weiter Flaute herrscht. Nebel ist häufiger als Sturm — und für die Navigation das größere Thema.

Wellen & Wetter

In den Fjorden meist glatt, draußen an der Westküste steht die arktische Dünung. Das eigentliche Thema ist nicht die Welle, sondern das Treibeis: Wo die Eisgrenze verläuft, entscheidet sich jedes Jahr neu und innerhalb von Tagen. Kein Törnplan hält hier stand; der Expeditionsleiter legt den Tag nach der aktuellen Lage fest.

Highlights

Die schönsten Ecken des Reviers

Isfjorden

Der große Fjord vor Longyearbyen, dank Golfstrom fast nie zugefroren — der Ausgangspunkt praktisch jeder Reise. An seinen Seitenarmen liegen Gletscherabbrüche, verlassene Bergwerkssiedlungen und Vogelfelsen.

Die Packeisgrenze

Im Norden endet das offene Wasser an der Eiskante. Dort wird nach Eisbären gesucht, die auf dem Treibeis jagen. Wie weit man kommt, sagt niemand vorher — das ist der Unterschied zwischen einem Törn und einer Expedition.

Longyearbyen

Rund 2.400 Einwohner, die nördlichste Siedlung dieser Größe weltweit, ehemalige Kohlestadt. Außerhalb des Ortes gilt die Pflicht, sich gegen Eisbären zu schützen — das ist keine Folklore, sondern Gesetz.

Walrosse und Vogelfelsen

Walrosskolonien liegen an mehreren Stellen der Westküste auf den Sandbänken. An den Steilwänden brüten Dickschnabellummen und Dreizehenmöwen zu Zehntausenden — Lärm, den man von See aus hört, bevor man ihn sieht.

Licht, das nicht aufhört

Von Mitte April bis Ende August geht die Sonne nicht unter. Das verschiebt den Rhythmus an Bord komplett: Gegessen wird, wenn Hunger da ist, gefahren, wenn das Eis es zulässt.

Noch kein Törn ausgeschrieben

Spitzbergen ist startklar — nur noch ohne ausgeschriebenen Törn. Du hast ein Boot oder planst einen Törn hierher? Inseriere kostenlos und sei der Erste.

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Revierkarte

Spitzbergen auf einen Blick

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Aktuell sind noch keine Törns mit Position eingetragen — die Karte zeigt die Lage des Reviers.

Gut zu wissen

Praktische Tipps fürs Revier

Anreise

Flug nach Longyearbyen über Oslo oder Tromsø, meist mit einem Übernachtungsstopp. Ein Puffertag vor dem Törn ist keine Vorsicht, sondern Erfahrung — die Verbindungen sind dünn und wetterabhängig.

Eisbären sind kein Programmpunkt

Über 3.000 leben auf dem Archipel. Außerhalb der Siedlungen gelten Schutzvorschriften, und Anlandungen finden nur statt, wenn die Lage es zulässt. Was der Törn zeigt, entscheidet die Natur — nicht der Prospekt.

Der Plan ist eine Absichtserklärung

Route und Tagesablauf richten sich nach Eis, Wind und Sichtungen. Wer eine feste Reihenfolge von Zielen erwartet, wird enttäuscht; wer sich darauf einlässt, bekommt mehr, als in jedem Programm stünde.

Ausrüstung

Wasser um 2 bis 6 °C, Luft selten über 8 °C, dazu Wind und Nässe. Mehrere warme Schichten, wasserdichte Außenhaut, feste Schuhe für Anlandungen. Die meisten Anbieter schicken vorab eine Liste — die ist ernst gemeint.

Häufige Fragen

Segeln vor Spitzbergen — kurz erklärt

Von Juni bis August. Im Juni liegt mehr Eis, dafür ist die Tierbeobachtung am besten; im Juli und August ist mehr Küste erreichbar. Ab September wird es dunkel, dann endet die Saison.

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