Spitzbergen liegt auf 78 Grad Nord, gut tausend Kilometer vom norwegischen Festland entfernt und näher am Pol als an Oslo. Dass hier überhaupt gesegelt wird, liegt am Golfstrom: Der Isfjord friert nur in seltenen Wintern zu, und von Juni bis August ist die Westküste eisfrei genug für Törns.
Es ist kein Revier im üblichen Sinn. Man klappert keine Häfen ab — es gibt kaum welche. Man fährt an Gletscherabbrüchen entlang, ankert in Fjorden ohne Namen auf der Landkarte und richtet den Tag danach, wo das Eis gerade steht.
Die Törns sind Expeditionen, oft auf Segelschiffen mit Eisklasse und mit Expeditionsleitung an Bord. Anlandungen hängen von den Eisbären ab: Es gibt über 3.000 auf dem Archipel, mehr als Menschen, und wo einer steht, wird nicht an Land gegangen.
Wann du segeln solltest
Juni bis August, mehr gibt es nicht. Im Juni liegt noch mehr Eis und Schnee, die Tierbeobachtung ist am besten; im Juli und August ist mehr Küste erreichbar und die Umrundung des Archipels wird möglich. Ab September wird es dunkel und die Saison endet. Manche Anbieter fahren im Mai kombinierte Ski- und Segelreisen.
Kein beständiges Windsystem, sondern das, was die arktische Wetterlage bringt. Charakteristisch sind katabatische Fallböen: kalte Luft, die von den Gletschern zu Tal stürzt und in Fjorden plötzlich mit erheblicher Stärke ansteht, während einen Fjord weiter Flaute herrscht. Nebel ist häufiger als Sturm — und für die Navigation das größere Thema.
In den Fjorden meist glatt, draußen an der Westküste steht die arktische Dünung. Das eigentliche Thema ist nicht die Welle, sondern das Treibeis: Wo die Eisgrenze verläuft, entscheidet sich jedes Jahr neu und innerhalb von Tagen. Kein Törnplan hält hier stand; der Expeditionsleiter legt den Tag nach der aktuellen Lage fest.
Die schönsten Ecken des Reviers
Noch kein Törn ausgeschrieben
Spitzbergen ist startklar — nur noch ohne ausgeschriebenen Törn. Du hast ein Boot oder planst einen Törn hierher? Inseriere kostenlos und sei der Erste.
Spitzbergen auf einen Blick
Aktuell sind noch keine Törns mit Position eingetragen — die Karte zeigt die Lage des Reviers.
Praktische Tipps fürs Revier
Flug nach Longyearbyen über Oslo oder Tromsø, meist mit einem Übernachtungsstopp. Ein Puffertag vor dem Törn ist keine Vorsicht, sondern Erfahrung — die Verbindungen sind dünn und wetterabhängig.
Über 3.000 leben auf dem Archipel. Außerhalb der Siedlungen gelten Schutzvorschriften, und Anlandungen finden nur statt, wenn die Lage es zulässt. Was der Törn zeigt, entscheidet die Natur — nicht der Prospekt.
Route und Tagesablauf richten sich nach Eis, Wind und Sichtungen. Wer eine feste Reihenfolge von Zielen erwartet, wird enttäuscht; wer sich darauf einlässt, bekommt mehr, als in jedem Programm stünde.
Wasser um 2 bis 6 °C, Luft selten über 8 °C, dazu Wind und Nässe. Mehrere warme Schichten, wasserdichte Außenhaut, feste Schuhe für Anlandungen. Die meisten Anbieter schicken vorab eine Liste — die ist ernst gemeint.
Segeln vor Spitzbergen — kurz erklärt
Von Juni bis August. Im Juni liegt mehr Eis, dafür ist die Tierbeobachtung am besten; im Juli und August ist mehr Küste erreichbar. Ab September wird es dunkel, dann endet die Saison.
