Die Lofoten liegen nördlich des Polarkreises, und trotzdem friert hier nichts zu: Der Golfstrom hält das Wasser offen. Was bleibt, ist die Kulisse — eine 160 Kilometer lange Kette aus Granitzacken, die fast senkrecht aus dem Wasser stehen, mit roten Fischerhütten davor.
Gesegelt wird zwischen Bodø, Svolvær und den Vesterålen. Die Etappen sind kurz, Naturhäfen gibt es reichlich, und im Hochsommer geht die Sonne wochenlang nicht unter — man kann um zwei Uhr nachts ablegen, weil es hell ist.
Anspruchsvoll macht das Revier nicht der Wind, sondern das Wasser: Je weiter nach Norden, desto stärker die Gezeiten, bis zu drei Meter Hub. In den Engen zwischen den Inseln laufen dabei Ströme, mit denen man rechnen muss, statt sie zu bemerken.
Wann du segeln solltest
Juni bis August ist die Zeit — nicht wegen der Wärme, sondern wegen des Lichts: Von Ende Mai bis Mitte Juli geht die Sonne auf den Lofoten nicht unter. Mai und September sind kühler und ruhiger, dafür mit echten Nächten. Außerhalb von April bis Oktober wird hier kaum gechartert.
Kein Tageswind wie im Mittelmeer, sondern das, was die Wetterlage bringt — meist 3 bis 5 Beaufort aus wechselnder Richtung, bei durchziehenden Tiefs deutlich mehr. Zwischen den steilen Inseln fällt der Wind stellenweise ganz weg und drückt einen Kilometer weiter mit Fallböen von den Wänden herunter. Der Wetterbericht wird hier mehrmals täglich gelesen.
Geschützt zwischen den Inseln, offen und ruppig auf dem Vestfjord. Wichtiger als die Welle ist der Strom: Im nördlichen Raftsund laufen zwischen den Leuchtfeuern Raften und Trangstrommen vier bis sechs Knoten. Und beim Saltstraumen vor Bodø steht der stärkste Gezeitenstrom der Welt — dort wird ausschließlich im Stillwasser durchgefahren, nicht „mal eben".
Die schönsten Ecken des Reviers
Noch kein Törn ausgeschrieben
Norwegen ist startklar — nur noch ohne ausgeschriebenen Törn. Du hast ein Boot oder planst einen Törn hierher? Inseriere kostenlos und sei der Erste.
Norwegen auf einen Blick
Aktuell sind noch keine Törns mit Position eingetragen — die Karte zeigt die Lage des Reviers.
Praktische Tipps fürs Revier
Bis drei Meter Hub, und in den Engen entscheidet der Strom, ob eine Passage angenehm oder unmöglich ist. Durchfahrten werden auf das Stillwasser gelegt — der Tidenkalender ist hier so selbstverständlich wie im Wattenmeer.
Norwegen hat ein dichtes Netz an Gjestehavner; genauso verbreitet ist das Festmachen in Naturhäfen. Bezahlt wird zunehmend per App wie GoMarina — Bargeld nehmen viele Stege nicht mehr an.
Sommer heißt hier 10 bis 16 °C. Ölzeug, warme Schichten und Handschuhe gehören auch im Juli an Bord, und eine Mütze ist kein Scherzartikel.
Flug nach Bodø, Evenes/Harstad oder Tromsø, meist über Oslo. Von Bodø fährt die Fähre nach Moskenes — für Törns, die auf den Lofoten selbst starten, oft der bequemere Weg.
Segeln in Norwegen — kurz erklärt
Juni bis August. Von Ende Mai bis Mitte Juli scheint die Mitternachtssonne, das Wetter ist am beständigsten und alle Häfen haben geöffnet. Mai und September gehen ebenfalls, sind aber kühler und dunkler.
