Madeira ist ein kleines Revier — und das ist keine Kritik, sondern seine Eigenart. Die Hauptinsel, das 25 Seemeilen entfernte Porto Santo und die unbewohnten Ilhas Desertas: mehr gibt es nicht. Wer eine Woche hier segelt, fährt keine Inselkette ab, sondern lernt eine Insel von See aus kennen.
Die Insel steigt steil aus dem Atlantik, bis auf 1.862 Meter. Vom Wasser sieht man die Klippen von Cabo Girão, die Terrassenfelder, die Wolken, die sich an der Nordseite stauen, während im Süden die Sonne steht. Der Nordost-Passat weht mit angenehmen 4 bis 5 Beaufort, das ganze Jahr über.
Porto Santo ist der Kontrast: flach, trocken und mit einem fast neun Kilometer langen Sandstrand — das, was Madeira selbst nicht hat. Die Überfahrt dorthin ist die eine echte Etappe des Reviers.
Wann du segeln solltest
April bis Oktober ist die angenehmste Zeit, mit April/Mai und September/Oktober als ruhigeren Fenstern. Segelbar ist es das ganze Jahr — im Winter ist es mit rund 19 °C Luft mild, aber wechselhafter, und es werden deutlich weniger Törns angeboten.
Der Nordost-Passat weht beständig mit 4 bis 5 Beaufort. Prägender als seine Stärke ist die Insel selbst: Bei 1.862 Metern Höhe liegt die Südküste weitgehend im Windschatten, während es an den Kaps — Ponta de São Lourenço im Osten, Ponta do Pargo im Westen — kräftig um die Ecke drückt. Zwischen Flaute und 6 Beaufort liegen dort mitunter zwei Seemeilen.
Die Nordseite ist dem Atlantikschwell voll ausgesetzt und wird selten angelaufen. Im Süden ist es geschützt, an den Kaps steht bei Wind gegen Schwell eine unangenehme kreuze See. Auf der Überfahrt nach Porto Santo läuft die Dünung von schräg vorn — die Strecke fühlt sich länger an, als sie ist.
Die schönsten Ecken des Reviers
Noch kein Törn ausgeschrieben
Madeira ist startklar — nur noch ohne ausgeschriebenen Törn. Du hast ein Boot oder planst einen Törn hierher? Inseriere kostenlos und sei der Erste.
Madeira auf einen Blick
Aktuell sind noch keine Törns mit Position eingetragen — die Karte zeigt die Lage des Reviers.
Praktische Tipps fürs Revier
Direktflüge nach Funchal ab Frankfurt, München, Wien, Zürich und weiteren Städten — rund vier Stunden. Der Anflug ist berühmt: Die Landebahn steht auf Stelzen über dem Meer.
Wer eine Woche Inselhüpfen erwartet, wird enttäuscht — es gibt nur ein Nachbarziel. Wer Land und Wasser verbinden will, findet dagegen viel: Levada-Wanderungen, Weinkeller, Lorbeerwald. Ein Madeira-Törn lebt von den Landgängen.
An Ponta de São Lourenço und Ponta do Pargo frischt es zuverlässig auf, oft bei ansonsten ruhigem Tag. Reffen vor dem Kap ist hier die Regel, nicht die Ausnahme.
Zwischen Madeira und den Kanaren liegen rund 250 Seemeilen — für Überführungstörns und Meilensammler eine gängige Strecke, meist im Frühjahr und im Herbst.
Segeln rund um Madeira — kurz erklärt
Wenn man weiß, was einen erwartet, ja. Das Revier ist klein: Hauptinsel, Porto Santo, die Desertas. Dafür segelt man an einer der spektakulärsten Küsten des Atlantiks entlang, und die Landgänge sind stark. Wer viele verschiedene Häfen abhaken will, ist auf den Kanaren oder in Griechenland besser bedient.
