Die Azoren liegen mitten im Nordatlantik, rund 1.400 Kilometer vor Portugal. Neun portugiesische Vulkaninseln, grün bis in die Gipfel, mit Kraterseen, Weinbergen auf Lavafeldern und einem Wetter, das sich mehrmals am Tag entscheidet.
Für Segler ist die zentrale Inselgruppe das Revier: Faial, Pico, São Jorge und Terceira liegen so nah beieinander, dass 20 bis 50 Seemeilen zwischen den Häfen liegen — von Horta nach Pico sind es keine zehn. Eine Woche reicht für das Dreieck.
Und dann ist da Horta. Der Hafen auf Faial ist seit Jahrzehnten die Wegmarke für alle, die den Atlantik queren: Auf der Kaimauer hinterlässt jede Crew ihr gemaltes Zeichen, im Peter Café Sport treffen sich die, die gerade angekommen sind, mit denen, die gleich losfahren. Es gibt wenige Häfen auf der Welt, in denen so viel Seemeile auf so wenig Quadratmeter liegt.
Wann du segeln solltest
Juni bis September ist die verlässlichste Zeit: um 25 °C, viel Sonne, wenig Regen, Wasser bei 22–24 °C. Mai und Oktober gehen auch, sind aber wechselhafter. Im Winter zieht ein Tief nach dem anderen durch — dann wird hier nicht gechartert.
Die Azoren liegen dort, wo das Azorenhoch entsteht — und gerade deshalb ist der Wind hier weniger berechenbar als in der Passatzone. Meist 3–5 Beaufort aus wechselnden Richtungen, mit Fronten, die in Stunden durchziehen. Zwischen den hohen Inseln gibt es Düsen- und Abdeckungseffekte, besonders im Kanal zwischen Faial und Pico.
Der Atlantikschwell steht immer an, auch bei wenig Wind — eine lange Dünung aus weit entfernten Tiefs. Die Häfen im Zentralgebiet sind gut geschützt, offene Ankerplätze dagegen nur bei passender Richtung brauchbar. Ein Revier, in dem man den Wetterbericht mehrmals täglich liest.
Die schönsten Ecken des Reviers
Noch kein Törn ausgeschrieben
Azoren ist startklar — nur noch ohne ausgeschriebenen Törn. Du hast ein Boot oder planst einen Törn hierher? Inseriere kostenlos und sei der Erste.
Azoren auf einen Blick
Aktuell sind noch keine Törns mit Position eingetragen — die Karte zeigt die Lage des Reviers.
Praktische Tipps fürs Revier
Direktflüge nach Ponta Delgada (São Miguel) ab mehreren europäischen Städten, Weiterflug nach Horta oder Terceira. Für einen Törn im Zentralgebiet ist Horta der praktischste Zielflughafen — die Verbindungen sind aber dünn, ein Pufferttag lohnt sich.
Vier Jahreszeiten an einem Tag ist hier keine Redensart. Sonne, Nebel, Schauer und wieder Sonne wechseln sich ab. Das ändert nichts an der Segelbarkeit, aber viel an der Kleiderwahl: Immer eine Schicht mehr mitnehmen.
Etappen können am Wetter scheitern, und dann bleibt man einen Tag länger. Wer mit festem Rückflug am Tag nach dem Törnende plant, plant knapp — ein Tag Puffer ist auf den Azoren keine Vorsicht, sondern Erfahrung.
Die Inseln sind der eigentliche Grund herzukommen: Kraterseen, Wanderwege, heiße Quellen. Ein Tag pro Insel ist keine verlorene Segelzeit, sondern der Sinn der Sache.
Segeln auf den Azoren — kurz erklärt
Juni bis September. Dann liegen die Tagestemperaturen um 25 °C, das Wasser bei 22–24 °C, und es regnet selten. Mai und Oktober sind möglich, aber wechselhafter. Im Winter wird praktisch nicht gechartert.
