— Zum Ausdrucken · LRC

Funktafel Hochsee.

Für die Überfahrt: Notverkehr auf Grenz- und Kurzwelle, der Notknopf am Satellitengerät, die EPIRB und der Anruf bei der Rettungsleitstelle. Mit euren Bootsdaten und den Nummern eurer Route.

Eure Bootsdaten

Dieselben wie auf der UKW-Tafel. Alles bleibt in deinem Browser.

Für die Rückseite
Damit das MRCC zurückrufen kann.
MRCCs eurer Route
Wir drucken keine Nummern vor: Eine falsche ist schlimmer als keine. Die amtliche Liste: Europäische Küstenwachen, sonst die Behörde des Landes.
Lieber mit Stift?

Die leere Tafel als PDF. Bootsdaten und Nummern tragt ihr selbst ein.

— Vorschau · A4 quer, zwei Seiten
Grenzwelle · Kurzwelle · Satellit · EPIRB

Funktafel Hochsee

Boot
 
Callsign
 
MMSI
 
Personen an Bord
 
MAYDAYIn NotDistress · MF/HF
  1. Klappe auf. Ist noch Zeit: Art des Notfalls wählen, Position prüfen.
  2. Kurzwelle: Mehrfrequenz-Alarm, oft voreingestellt. Ist noch Zeit, besser Band für Band: 8 MHz zuerst, 3 Minuten auf die Bestätigung warten, dann das nächste.
  3. Taste DISTRESS 5 Sekunden drücken. Das Gerät wiederholt, bis eine Küstenfunkstelle bestätigt, meist innerhalb von 2½ Minuten.
  4. Sprechfrequenz desselben Bandes einstellen, nach Mehrfrequenz-Alarm 8291 kHz. Nach der Bestätigung:
MAYDAY MAYDAY MAYDAY
THIS IS
Bootsname 3×
CallsignMMSI
MAYDAYBootsnameCallsignMMSI
POSITIONBreite / Länge
z. B. 43 degrees 30 minutes north, 016 degrees 25 minutes east · oder: 2 miles south of …
Art des Notfalls
z. B. sinking · on fire · taking water · aground
I REQUIRE IMMEDIATE ASSISTANCE
oder die Hilfe, die gebraucht wird
AnzahlPERSONS ON BOARD
Weitere Angaben
z. B. abandoning to liferaft · EPIRB activated
OVER

Keine Bestätigung nach 3 Minuten: anderes Band. Zusätzlich gehen Notknopf am Satellitengerät und EPIRB, siehe Rückseite.

Frequenzen in kHz
MHzDSC-AlarmSprechensm TagNacht
2GW2187,52182100300
4KW4207,54125300800
6KW631262154001000
8KW8414,582915001200
12KW12577122902000800
16KW16804,5164204000–
  • Grenzwelle und UKW erreichen Schiffe in der Nähe, Kurzwelle die Küstenfunkstellen.
  • Tags eher die hohen Bänder, nachts die niedrigen. 8 MHz ist oft die erste Wahl.

Reichweiten grob, je nach Jahreszeit, Tageszeit und Wetter.

WIDERRUFFehlalarm aufhebenCancel false alert
  1. Der Anweisung am Display folgen. Oder: aus, 10 Sekunden warten, ein, dann dem Display folgen.
  2. Kann das Gerät den Alarm selbst aufheben (self-cancel): auf allen Frequenzen, auf denen er rausging.
  3. Dann auf der Sprechfrequenz jedes Bandes, auf dem er rausging:
ALL STATIONS ALL STATIONS ALL STATIONS
THIS IS
Bootsname 3×
CallsignMMSI
PLEASE CANCEL MY DISTRESS ALERT OFTag UhrzeitUTC
z. B. 26 1234 UTC (Tag, dann Uhrzeit)

Danach auf der Frequenz bleiben und antworten, wenn jemand nachfragt. Wer einen Fehlalarm meldet und aufhebt, hat in der Regel nichts zu befürchten.

Art des Notfalls
  • SINKING sinken
  • ON FIRE Feuer, Explosion
  • TAKING WATER Wassereinbruch
  • COLLISION Kollision
  • AGROUND Grundberührung
  • CAPSIZING Kentern droht
  • DISABLED AND ADRIFT manövrierunfähig
  • ABANDONING SHIP Schiff verlassen
  • MAN OVERBOARD Person über Bord
Mayday gehört
MAYDAYNotalarm auf GrenzwelleMF alert received
  1. Nicht per DSC bestätigen. 5 Minuten auf 2182 kHz zuhören.
  2. Haben Küstenfunkstelle oder MRCC bestätigt oder läuft Notverkehr, und ihr könnt helfen: per Sprechfunk bestätigen.
  3. Niemand bestätigt, der Alarm kommt weiter: Küstenfunkstelle oder MRCC informieren. Nie ein DSC-Relay an alle.
MAYDAY
MMSI der Station in Not
oder Name und Callsign
THIS IS
BootsnameCallsign
RECEIVED MAYDAY
OVER
MAYDAYNotalarm auf KurzwelleHF alert received
  1. Nicht bestätigen: Der Alarm auf Kurzwelle ist für die Küstenfunkstellen.
  2. Sprechfrequenz desselben Bandes hören, bei mehreren Bändern das beste, oft 8 MHz. 1 bis 2 Minuten nichts: anderes Band.
  3. Nach 5 Minuten keine Bestätigung und kein Notverkehr: MRCC informieren. Weiterleiten nur auf Anweisung von MRCC oder Küstenfunkstelle.
  4. Könnt ihr helfen: es dem MRCC anbieten.
PAN PANDringlichkeitUrgency · MF/HF
  1. DSC-Ankündigung an eine Küstenfunkstelle oder ein Seegebiet, auf Kurzwelle oft 8 MHz zuerst. Gesprochen wird auf der Sprechfrequenz desselben Bandes:
PAN PAN PAN PAN PAN PAN
ALL STATIONS ALL STATIONS ALL STATIONS
oder Küstenfunkstelle 3×
THIS IS
Bootsname 3×
CallsignMMSI
Lage, Position, Hilfe
z. B. dismasted, I require a tow · crew member injured, I need medical advice
OVER
Kostenlos zum Ausdrucken: sailoo.eu/funktafel/hochseeMitsegeln im Mittelmeer, Karibik und mehr · Stand Oktober 2026 · Seite 1 von 2Ersetzt keine Funkausbildung (LRC). Ohne Gewähr, Nutzung auf eigene Verantwortung. Es gilt, was Küstenfunkstelle und MRCC sagen.
Grenzwelle · Kurzwelle · Satellit · EPIRB

Satellit, Bake, Telefon

Boot
 
Callsign
 
MMSI
 
Personen an Bord
 
Erst der Alarm, der sicher ankommt. Dann reden.
Was ruft Hilfe?
  • ruft RettungEPIRB, PLB (406 MHz)erreicht das MRCC weltweit über Satellit. Eigene Batterie, auch aus der Rettungsinsel.
  • ruft RettungNotknopf Inmarsat-C, Iridium-GMDSSerreicht das MRCC, mit Bestätigung auf dem Display.
  • ruft RettungDSC Grenz- und Kurzwelleerreicht Küstenfunkstellen über weite Strecken.
  • ruft RettungDSC UKWerreicht Schiffe und Küstenfunk in Reichweite der Antenne.
  • über eine LeitstelleSOS-Messenger (inReach, Zoleo)erreicht eine private Leitstelle, die das MRCC anruft.
  • nur mit NummerSatellitentelefonerreicht wen ihr anruft. Ohne Nummer des MRCC niemanden.
  • ruft keine RettungStarlinkerreicht das Internet: WhatsApp, Anruf, Mail. Kein Notknopf, keine Position. Braucht Strom und Antenne.
  • ruft keine RettungAIS-MOB, AIS-SARTerreicht nur Schiffe in der Nähe, je nach Gerät 1 bis 10 sm. Kein MRCC.
MAYDAYNotknopf am SatellitengerätInmarsat-C, Iridium-GMDSS
  1. Notknopf so drücken, wie es die Anleitung sagt, meist hinter einer Klappe.
  2. Ist noch Zeit: Art des Notfalls wählen.
  3. Aufs Display schauen. Iridium zeigt erst „delivered", dann „acknowledged": Das MRCC hat bestätigt.
  4. Iridium-GMDSS baut dabei die Sprechverbindung zum MRCC auf.
Fehlalarm

Iridium: am Display abbrechen. Das MRCC bekommt die Aufhebung mitgeteilt.

Inmarsat-C: Nachricht mit Priorität Distress an das MRCC: Name, Callsign, Kennung, Position, „CANCEL MY DISTRESS ALERT OF" Datum, Uhrzeit UTC.

MAYDAYEPIRB und PLB406 MHz, Cospas-Sarsat
  1. Auslösen bei Lebensgefahr, auch zusätzlich zu Funk und Notknopf.
  2. Antenne nach oben und frei, nicht unter Deck.
  3. Wer das Boot verlässt, nimmt sie mit in die Rettungsinsel und sichert sie an der Leine.
Fehlalarm

Fehlauslösung: sofort stoppen und dem MRCC Bescheid geben, über Funk oder Satellit.

Vor der Abreise
  • Die MRCCs der Route aus amtlichen Listen heraussuchen und eintragen. Dieselben Nummern ins Satellitentelefon und ins Handy.
  • EPIRB: Selbsttest nach Anleitung, Ablaufdatum von Batterie und Auslöser ansehen, Registrierung auf dieses Boot prüfen (in Deutschland über die Bundesnetzagentur).
  • Funkgerät: MMSI eingetragen, GPS angeschlossen? Sonst fehlt die Position im Alarm.
  • Satellitengerät: in der Anleitung nachlesen, wie der Notknopf geht. Nicht zum Ausprobieren drücken.
  • Starlink: Strombedarf kennen. Fällt die Bordelektrik aus, ist auch Starlink weg.
TELEFONAnruf beim MRCCSatellitentelefon, Starlink
  1. Langsam sprechen, Zahlen einzeln. Das MRCC fragt nach, was fehlt.
THIS IS SAILING YACHTBootsname
CALLSIGNCallsignMMSIMMSI
WE ARE IN DISTRESSArt des Notfalls
Dringend, aber keine Not: WE NEED ASSISTANCE
POSITIONBreite / Länge
AnzahlPERSONS ON BOARD
OUR EPIRB ISACTIVATED / NOT ACTIVATED
CALL BACKRückrufnummer

Danach das Telefon anlassen und frei halten: Das MRCC ruft zurück.

Unsere Nummern
MRCCLeitstelleTelefon
LeitstelleTelefon
LeitstelleTelefon
LeitstelleTelefon
An LandNameTelefon
SatellitNummer oder Kennung an Bord
EPIRBKennung (HEX-ID), steht auf dem Gerät

Nummern aus amtlichen Listen, vor der Abreise geprüft. Dieselben ins Telefon.

Kostenlos zum Ausdrucken: sailoo.eu/funktafel/hochseeMitsegeln im Mittelmeer, Karibik und mehr · Stand Oktober 2026 · Seite 2 von 2Ersetzt keine Funkausbildung (LRC). Ohne Gewähr, Nutzung auf eigene Verantwortung. Es gilt, was Küstenfunkstelle und MRCC sagen.

Was draufsteht

  • Vorderseite: der Notalarm Schritt für Schritt, welches Band wann, und die Notmeldung groß zum Ablesen. Daneben alle Frequenzen mit grober Reichweite, wie ihr einen Fehlalarm aufhebt und was zu tun ist, wenn ihr selbst einen Alarm hört. Auf Grenz- und Kurzwelle ist das nicht dasselbe.
  • Rückseite: welches Gerät im Notfall wen erreicht, der Notknopf am Satellitengerät, die EPIRB, ein Sprechzettel für den Anruf beim MRCC und eure Nummern.

Das Wichtigste vorweg: Nach einem Alarm auf mehreren Kurzwellenbändern wird auf 8291 kHz gesprochen. Wer nur ein Band nimmt, fängt mit 8 MHz an und wartet 3 Minuten auf die Bestätigung, bevor er das nächste versucht.

Starlink, Satellitentelefon, AIS: Was davon ruft Hilfe?

Auf vielen Booten der Atlantik-Rallye ARC läuft inzwischen Starlink, und nach Mastbrüchen haben Crews darüber andere Boote alarmiert. Trotzdem ist es kein Notruf: Es gibt keinen Notknopf, keine Position und keinen Alarm, den jemand bestätigen muss. Es braucht Strom und eine Antenne, und genau die fallen nach Mastbruch, Wassereinbruch oder Ausfall der Bordelektrik oft als Erstes weg. In die Rettungsinsel kommt es nicht mit.

Erst der Alarm, der sicher ankommt. Dann reden.

GeräterreichtRettung
EPIRB, PLB (406 MHz)Das MRCC weltweit über Satellit. Eigene Batterie, auch aus der Rettungsinsel.ruft Rettung
Notknopf Inmarsat-C, Iridium-GMDSSDas MRCC, mit Bestätigung auf dem Display.ruft Rettung
DSC Grenz- und KurzwelleKüstenfunkstellen über weite Strecken.ruft Rettung
DSC UKWSchiffe und Küstenfunk in Reichweite der Antenne.ruft Rettung
SOS-Messenger (inReach, Zoleo)Eine private Leitstelle, die das MRCC anruft.über eine Leitstelle
SatellitentelefonWen ihr anruft. Ohne Nummer des MRCC niemanden.nur mit Nummer
StarlinkDas Internet: WhatsApp, Anruf, Mail. Kein Notknopf, keine Position. Braucht Strom und Antenne.ruft keine Rettung
AIS-MOB, AIS-SARTNur Schiffe in der Nähe, je nach Gerät 1 bis 10 sm. Kein MRCC.ruft keine Rettung

Nach dem Alarm ist Starlink dagegen Gold wert: lange Gespräche mit dem MRCC, Fotos vom Schaden, ein Videoanruf mit dem Arzt. Den Sprechzettel dafür hat die Rückseite.

Vor der Abreise

  • Die MRCCs der Route aus amtlichen Listen heraussuchen und eintragen. Dieselben Nummern ins Satellitentelefon und ins Handy.
  • EPIRB: Selbsttest nach Anleitung, Ablaufdatum von Batterie und Auslöser ansehen, Registrierung auf dieses Boot prüfen (in Deutschland über die Bundesnetzagentur).
  • Funkgerät: MMSI eingetragen, GPS angeschlossen? Sonst fehlt die Position im Alarm.
  • Satellitengerät: in der Anleitung nachlesen, wie der Notknopf geht. Nicht zum Ausprobieren drücken.
  • Starlink: Strombedarf kennen. Fällt die Bordelektrik aus, ist auch Starlink weg.

Häufige Fragen

Welche Frequenz gilt in Seenot auf Kurzwelle?

Der digitale Notalarm geht auf 4207,5, 6312, 8414,5, 12577 oder 16804,5 kHz raus, auf Grenzwelle auf 2187,5 kHz. Gesprochen wird danach auf der Sprechfrequenz desselben Bandes: 4125, 6215, 8291, 12290, 16420 kHz oder 2182 kHz. Nach einem Alarm auf mehreren Bändern auf 8291 kHz.

Ersetzt Starlink das Funkgerät oder die EPIRB?

Nein. Starlink hat keinen Notknopf, schickt keine Position und keinen Alarm, den jemand bestätigen muss. Es braucht Strom und eine Antenne, die nach einem Mastbruch oder bei Wassereinbruch oft nicht mehr läuft. Zum Telefonieren mit dem MRCC nach dem Alarm ist es dagegen sehr gut.

Was tun, wenn ich auf Kurzwelle einen Notalarm empfange?

Nicht bestätigen, die Sprechfrequenz desselben Bandes hören. Bestätigt nach 5 Minuten keine Küstenfunkstelle und läuft kein Notverkehr, das MRCC informieren. Weiterleiten nur, wenn das MRCC es verlangt.

Brauche ich für Grenz- und Kurzwelle das LRC?

Ja, wer eine Grenz-, Kurzwellen- oder Inmarsat-Anlage bedient, braucht das LRC. In Seenot darf jeder jedes Funkgerät benutzen, um Hilfe zu holen.

Woher die Abläufe kommen

Aus den Vorgaben selbst, im Original gelesen. Wo sie sich unterscheiden, gilt die neuere: Die IMO hat ihre Ablaufdiagramme im Juli 2026 erneuert.

Stand Oktober 2026. Für UKW gibt es die Funktafel, für die Aufgabenverteilung an Bord die Notrolle. Vor Spanien und Portugal: Orcas am Ruder.